Herzlich Willkommen!

Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Zukunft. Immer zum ersten Tag eines Monats hinterfragen wir hier Entwicklungen, Ideen, Visionen oder auch ganz pragmatische Ansätze zu einer lebenswerten Zukunft. Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare!



Samstag, 1. August 2020

Sommersound



Wir danken Marco Graden für dieses schöne Bild und Armin Küpper für den Röhrensound in der Pipeline und wünschen Ihnen allen einen erholsamen August!

Mittwoch, 1. Juli 2020

Zeit ist nur eine Vorstellung

Es ist lange her, dass wir über unterschiedliche Möglichkeiten der Zeitwahrnehmung schrieben, und so wird es mal wieder Zeit ;-)

Haben Sie in der Corona-Zeit ein anderes Gefühl für Zeit entwickelt? Oder für die Momente, in denen Ihr Körper etwas gut machen kann? Zum Beispiel konzentiert arbeiten, kreativ sein, sich austauschen mit Anderen oder schwierige Entscheidungen treffen.

Dadurch, dass eine von uns nicht mehr so viel unterwegs sein musste, kann sie aus eigener Erfahrung Karlheinz Geißler aus ganzem Herzen zustimmen. Der bekannte Zeitforscher wurde in diesem Jahr mit dem Live Achievement Award der Weiterbildungsbranche ausgezeichnet. Seit 30 Jahren forscht und berät er zum Thema "menschlicher Umfang mit der Zeit" und diagnostiziert uns als "Uhrzeit-Menschen" mit einer einseitigen Zeitmessung und -wahrnehmung.

Er empfiehlt uns ein anderes mentales Modell: wir als "Körper-Zeit-Tanzende" können im Flow arbeiten und ohne schlechtes Gewissen unsere Freizeit genießen. Voraussetzung ist, dass wir uns mit unseren Körperrhythmen befassen und herausfinden, wann wir und unser Körper und unser Geist etwas gut machen können.

Die Überschrift für diesen Post ist ein Zitat von Karlheinz Geißler, das wir in der Zeitschrift TrainingAktuell 02-2020 fanden. In dem Artikelt findet sich auch das Lieblingszitat der anderen von uns: "Zeit ist Lebensmittel - denn ohne Zeit leben wir nicht!" Damit beginnt auch das Interview mit Karlheinz Geißler, das Sie auf YouTube sehen können - wenn Sie sich die Zeit dafür nehmen mögen.

Montag, 1. Juni 2020

Das Runde ins Eckige und wieder zurück

Susanne: Hast Du eigentlich Lust darauf, jetzt alles online zu machen? Meetings, Trainings und Workshops?
Susanne: Neee - auf keinen Fall alles! So viel in den Bilschirm starren, das führt nur zu rechteckigen Augen.
Susanne: Geht mir ähnlich. Ich bin gerade dabei zu verstehen, wie die Realität in der Virtualität stattfinden kann.
Susanne: Ah, Du meinst den Teilnehmenden zu verordnen, mal eine Vierelstunde draußen spazieren zu gehen, und die dabei entwickelte Idee mitzubringen?
Susanne: Ja, zum Beispiel. Oder sie paarweise miteinander telefonieren zu lassen, damit sie herumwandern können, den Blick schweifen lassen oder sich nur auf's Hören konzentrieren können.
Susanne: Mir fällt auf, dass das Gruppengefühl nicht von selbst entsteht sondern die Entstehung  besonderer Unterstützung bedarf. Hast Du das auch schon erlebt?
Susanne: Ja, vom runden Stuhlkreis ins eckige Zoom-Meeting ist ein langer Weg. Es gibt eben weniger Resonanz auf das, was jemand sagt: wir sehen nur Ausschnitte, wenn die Kameras an sind. Oder hören kein tiefes Atmen, wenn die Mikros stumm sind.
Susanne: Um die Verbundenheit zu fördern, experimentiere ich gerade mit häufigeren Blitzlichtrunden und rege Teilnehmende an, ihre Emotionen zu verbalisieren.
Susanne: Verabredete Handzeichen helfen auch. Nicht umsonst hat Zoom den Applaus und den gehobenen Daumen als schnelle Feedback-Icons.
Susanne: Mir fehlt auch das gemeinsam Lachen - dafür bitte ich die Teilnehmenden, ihre Mikros immer offen zu halten.
Susanne: Das lässt sich in kleinen Gruppen besser realisieren. Mir fehlen die Großgruppen-Veranstaltungen in EINEM großen Raum, die Weite.
Susanne: Ja, und ich bin gespannt, wie sich zukünftig Analoges und Digitales, Reales und Virtuelles einpendeln. Es wäre schön, wenn wir weiterhin mehr Online-Angebote nutzen könnten. Ich müsste weniger reisen zum Beispiel.
Susanne: Und ich könnte an meinem präferierten Ort lernen und arbeiten. Wenn sich beides ergänzt, müssten sich die Nachteile minimieren.
Susanne: Und das werden wir konzeptionell jetzt weiterentwickeln.
Susanne: Ja, genau, und vorher machen wir noch eine reellen Spazierung, oder? Warst Du schon mal am Rodder Maar und der Burg Olbrück? Den Ausflug empfehle ich Dir und mir!



Freitag, 1. Mai 2020

entspannt konzentriert - konzentriert entspannt

Entspannung schadet nie - Konzentration auch nicht. Beides zusammen erleben Sie, wenn Sie zum Beispiel Stefan Hammel und seiner kurzen Geschichte zum Manta.Rochen lauschen. Oder in der Löwen-Trance für Gesundheit und Selbstfürsorge von Bernhard Trenkle eine tiefe Entspannung erleben.

Liebe Lesende: nicht "Augen zu und durch!" Sondern Augen zu und hören! Genießen Sie!

Mittwoch, 1. April 2020

Danke!

Wir vermuten, dass Sie, liebe Lesende, sowieso gerade viel auf den Bildschrim starren und auf überflüssiges verzichten wollen. Daher sagen wir heute nur, was uns wirklich wichtig ist:

Danke, dass alle gezeigt haben, Veränderungen sind möglich!
Danke an die, die immer wieder lustige Nachrichten verschicken und an die Comeedians, die uns zum Lachen bringen - wer lacht, kann nicht gleichzeitig Angst haben.
Danke an alle, die unser gesellschaftliches Leben aufrecht halten: die Beschäftigen im Gesundheitswesen, im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, in den öffentlichen Einrichtungen, im Lebensmittelhandel, in Garten- und Baumärken, in den Medien und den Nachrichtenredaktionen uvm.
Danke an alle, die nicht den Miesepeter raushängen lassen sondern weiterhin lächeln, hilfsbereit sind und teilen.
Danke, dass wir zuversichtlich dadurch kommen.
Und danke an alle, die kreative Ideen entwickelt haben, um Beziehungen aufrecht zu halten, mit anderen zusammen Danke zu sagen und Hoffnung zu wecken.


Sonntag, 1. März 2020

Die Summe des Verhaltens

Im Grossen wie im Kleinen wundern wir uns dieser Tage und haben Fragen im Kopf:

In einem Team lässt sich eine Gruppe von 21 durch drei Stinkstiefel das Klima vergiften! Was ist das für ein Phänomen? Und: wie kann man das Phänomen umkehren? Wie können 18 sich gegenseitig positiv (ver-)stärken?
Wie kann es sein, dass ein paar Lautschreier den Rest des Systems so mitnehmen und dominieren? Und die Anderen sich machtlos fühlen? Und dann in Workshops nach "Tricks" fragen, wie sie sich am besten "durchsetzen".

Und was können wir aus dem "Schauspiel" in Thüringen lernen? Die Politologin Sabine Kropp hat im Deutschlandfunk darauf hingewiesen, dass Institutionen - und damit auch die Verfassung - nur zur Geltung kommen, wenn sie durch ein Verhalten gestützt werden, das den Werten dieser Institution entspricht. In Gesellschaften wie in Organisationen wird Kultur durch die Summe des Verhaltens ihrer Mitglieder gebildet. Und bestätigt oder verändert!
Wenn wir in einer Umgebung leben, in der Demokratie, Vielfalt, Diskussion und unterschiedliche Standpunkte "normal" sind und getragen weren durch ein gemeinsames Verständnis von freiheitlicher Grundordnung: durch welches Verhalten können wir dann zeigen, dass wir die Verfassung bestätigen?

Während wir miteinander diese Fragen diskutierten, haben wir recherchiert und zwei Enden einer Skala für uns gefunden:

Das eine Ende beschreibt ein Buch mit dem Titel "Reden und Recht behalten". Das wäre vielleicht etwas für unsere oben genannten Teilnehmenden und ihre Frage nach den Tricks.

Das erinnerte uns an einige Szenen in Trainings, in denen es nur an der Oberfläche um eine Sache ging. Um was sich die Diskussion tatsächlich drehte, war das Bedürfnis, Recht zu behalten - und auf keinen Fall einen Kompromiss einzugehen, denn damit einher ginge das Gefühl, verloren zu haben. In der digitalen Welt ist wohl auch unser Diskussionsverhalten digital geworden: entweder ich habe Recht oder ich habe verloren. Vielleicht hören wir bei dem Wort Kompromiss "fauler Kompromiss" leise mit. Es sieht so aus, als hätten wir den Gerichtssaal, in dem zu Recht zum das Recht gestritten wird, immer in der Jackentasche dabei und meinen, dass nur einer Recht erhalten kann. Das mag vor Gericht so sein - überall anders aber sind Kompromisse möglich, von denen die beteiligten Parteien profitieren können.

Wir sind der Überzeugung, dass es ohne Kompromisse nicht geht - gute Kompromisse, sachgerechte Kompromisse, win-win-Situationen - das ist nicht die leichteste Übung, weil wir die Bedürfnisse der beteiligten Parteien respektieren müssen - aber genau deswegen lohnt es sich.

Daher stehen wir eher am anderen Skalenende bei M. Rosenberg, der provokativ fragt: "Recht haben oder glücklich sein?" Niemals würde er Ihnen das Recht abstreiten, vor Gericht Unrecht anzuklagen. Ihm geht es viel mehr um den direkten Kontakt in der Kommunikation. Wer da vor allem Recht behalten will, steht sich selber im Wege. Aus dem Blog der Trainerin für GfK - Gudrun Höntsch- greifen wir diesen Gedanken gerne auf. Und: Der Tipp des Fachverbandes zur gfk, sich täglich daran zu erinnern, wie man in Verbindung sein kann - statt auf sein Recht zu pochen, gefällt uns. Er drückt den Respekt aus, den wir für das Bestätigen der Verfassung für wichtig halten.


Samstag, 1. Februar 2020

Die Fülle des Lebens am Morgen

Darf Ihr Jahr so weitergehen, wie es im Januar begonnen hat? Oder haben Sie jetzt schon das Bedürfnis, dass sich etwas ändert?

Für die eine Susanne könnte es so weitergehen - für die andere wären ein paar wenige Änderungen durchaus von Vorteil. Konkrete Vorsätze lösen sicher viel Aktivität aus. Sie machen aber manchmal den Lösungsraum recht eng, weil wir uns von der Vielfalt unserer Wahlmöglichkeiten abschneiden und die "unversiegbaren" Kraftquellen übersehen. Unversiegbar und unendlich sind zum Beispiel Wertschätzung oder Dankbarkeit: sie werden einfach nicht weniger, auch wenn wir sie großzügig verteilen.

Wenn wir mit diesen unendlichen Quellen verbunden sind, erleben wir Belastungen nicht mehr als schweres Gewicht sondern als leichter. Das macht es eher möglich, die Bedürfnisse hinter der Belastung klarer wahrzunehmen - und dann können wir eher für unsere Bedürfnisse Sorge tragen.

Und da hätten wir noch die Idee eines Morgenrituals, das die eine von uns von Wolfram Jokisch gelernt hat und für das Sie nur 3 Bodenanker benötigen. Sie geht so:

Von Ihrer Position im Raum aus legen Sie zwei weitere Positionen in einer Linie mit Ihnen fest:
  • Die erste repräsentiert "die Fülle des Lebens" und schaut Sie an. 
  • Aus Ihrer Sicht davor steht die zweite Position, die "mein wahres Ich" repräsentiert. 
  • Dort wo sie stehen, legen Sie ihren Bodenanker "Ich" hin. 
Und dort beginnen Sie mit dem Ritual: Sie fühlen in sich hinein: Wie geht es Ihnen heute morgen? Welche Fragen, Sorgen, Freuden haben sie im Kopf? Fokussieren Sie sich auf eine davon. Wie genau heißt es? Was treibt es um?

Dann wechseln Sie Ihren Standort, gehen auf die Position "mein wahres Ich" und drehen sich um, so dass sie Ihrem "Ich" in die Augen schauen (könnten, wenn Sie noch dort stehen würden). Sie fühlen sich jetzt in ihren "wahres Ich" ein und sind gespannt, welche Assoziationen, Ideen, Antworten in ihrem wahren Ich auftauchen (das ja gerade mitbekommen hat, worauf sich das Ich fokussierte). Lassen Sie sich überraschen! Und wenn das wahre Ich "ausgeredet" hat, gehen Sie weiter.

Sie wechseln wieder Ihren Standort und gehen auf die Position "Fülle des Lebens". Auch hier fühlen Sie sich ein, und warten auf Assoziationen, Ideen und/oder Antworten, die in der "Fülle des Lebens" hochkommen aufgrund ihrer Gedanken auf der 1. Position im "Ich".

Nun gehen sie abschließend nochmal in die Position ihres "Ich", drehen sich um und spüren nach, was für einen Unterschied Sie jetzt hier wahrnehmen aufgrund der Reaktionen des "wahren Ich" und der Fülle des Lebens auf Ihre Eingangsfokus.

Um die Übung ganz zu beenden, gehen Sie in einer liegenden Acht ein paar mal um die beiden Positionen "Fülle des Lebens" und "mein wahres Ich" herum und geniessen einfach für einen Moment den angereicherten Zustand.

Und wir beenden diesen Post mit einem Wunsch, der mit der Weihnachtspost kam: "Mögest du jeden Tag wieder dankbar mit dir zusammenleben."
(Vielen Dank, liebe Edeltrud, für diesen schönen Spruch)