Herzlich Willkommen!

Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Zukunft. Immer zum ersten Tag eines Monats hinterfragen wir hier Entwicklungen, Ideen, Visionen oder auch ganz pragmatische Ansätze zu einer lebenswerten Zukunft. Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare!



Montag, 1. Januar 2018

Erinnerungen outgesourced

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit Ihren Auto eine neue Strecke zum ersten Mal - wahrscheinlich nutzen Sie Ihr Navigationssystem, oder? Und wenn Sie dieselbe Strecke zum zweiten Mal fahren? Verlassen Sie sich dann auf Ihre Erinnerungen?

Unser Neujahrspost widmet sich der Bedeutung unserer Erinnerungen, und gemeint sind die Erinnerungen, die wir in unserem Kopf gespeichert haben. Das soll Sie nicht davon abhalten, an Neujahr optimistisch auf die nächsten 12 Monate zu schauen, im Gegenteil. Genau das können wir ja eigentlich nur, weil wir Phantasie und Vorstellungskraft aus unseren erinnerten Erfahrungen entwickeln.

Was also passiert, wenn wir unser Erinnerungsregal nicht regelmäßig pflegen, indem wir es zum Beispiel neu füllen, akualisieren und fordern? Dieser Frage folgte der Kulturhistoriker und Autor Manfred Osten, als er im DLF interviewt wurde.
In dem Gespräch hat uns eine Aussage hellhörig gemacht: "Vor allen Dingen in den USA hat man bereits festgestellt, dass wir enorme Defizite haben in der Kreativitätskompetenz, wenn wir nicht mehr uns erinnern an das, was eigentlich schon vorher geschaffen worden ist und darauf aufbauend, die Zukunft aus der Herkunft herleitend."


Kreativität ist ja in den meisten Fällen die Neu-Kombination bereits vorhandener Bausteine - Erfahrungs- und Wissensbausteine, die plötzlich anders zusammengesetzt eine neue intelligente Lösung erzeugen. Alles, was unser Erinnerungsvermögen trainiert, kann irgendwann kreativ genutzt werden - und dafür loht es sich sicher schon, beim zweiten Mal die Strecke "aus dem Kopf" zu fahren. Oder den Tipps von Manfred Osten zu folgen:

"Die Erinnerungskultur hat drei große Möglichkeiten, um gestärkt zu werden.
- Das eine ist das uralte Gesetz der Wiederholung.
- Das andere ist das Gesetz des Interesses, dass wir durch die Neurowissenschaften wissen: Dort, wo das Interesse ist, ist auch das Gedächtnis. Und da unsere gesamte Bildungspolitik nicht auf dem Interesse aufbaut, sondern auf der Vermittlung abstrakten Wissens, müssten wir hier umdenken, dass wir viel stärker interessebezogen lernen, weil damit wiederum Langzeit-Engramme geschaffen werden, Gedächtnis-Engramme.
- Und wir sollten vor allen Dingen die Handschrift wieder ein bisschen einführen. Wir wissen heute durch die Neurowissenschaften, dass durch die Bewegung der Hand das Bewegungszentrum aktiviert wird und darüber allein erst Langzeit-Gedächtnis-Engramme entstehen."

Und womit wollen Sie im neuen Jahr Ihren Erinnerungsmuskel trainieren? Was immer es auch ist, Susanne und Susanne wünschen Ihnen damit viele kreative Erlebenisse!


PS. Das Interview hat die Überschrift "Gedächtnisinhalte können wir nicht herunterladen." Wir haben nur einen kleinen Aspekt aufgegriffen. Es ist komplett zu hören und zu lesen auf dieser Seite.



Freitag, 1. Dezember 2017

weitere Ausstellungs-Inspirationen

Susanne: Was machst denn Du an diesem Wochenende - bei dieser Wettervorhersage?
Susanne: Hmm - keine Ahnung - mit einer Kanne Tee in einem Buch schmökern? Einfach nur faul sein? Vielleicht blättere ich ein bisschen im Ausstellungskatalog. Wir waren unter der Woche zur Eröffnung - und der Rundgang hat Spass gemacht.
Susanne: Welche Ausstellung?
Susanne: »ENTSCHEIDEN. Eine Ausstellung über das Leben im Supermarkt der Möglichkeiten«  vom 8. November 2017 bis 6. Mai 2018 im TECHNOSEUM in Mannheim
Susanne: Das hört sich gut an - was hat Dir am besten gefallen?
Susanne: Man bekommt am Eingang einen Chip und es gibt in der Ausstellung Stationen, an denen man befragt wird, wie man sich zu bestimmten lebensrelevanten Themen (z.B. Beruf, Liebe, Politik) positioniert. Am Ausgang gibt man den Chip an der "Kasse" ab und bekommt sein individuelles Entscheiderprofil. Mein Mann und ich haben den ganzen Abend noch sehr angeregt darüber diskutiert.
Susanne: Das erinnert ich mich an unseren Berlin-Besuch vor einigen Wochen: Da gibt es eine Ausstellung, in der Wissen über Zeiten und Kulturen hinweg zusammengeführt wird. China und Ägypten werden als die Wiegen der Welt verglichen und in Zusammenhängen dargestellt. Das hat uns fasziniert. Allerdings müsstest Du Dich beeilen, falls Du dorthin willst: Die Ausstellung endet am 03.12.17.
Susanne: Da komme ich nicht mehr hin.
Susanne: Schade - dann könnte ich Dir noch Dortmund-Abstecher empfehlen - das liegt doch auf Deinem Weg zu Deinen Eltern. Im Radio hörte ich einen interessanten Beitrag zu einer Ausstellung über Erfindungen aus dem Chemielabor - und ihre Auswirkungen auf eine innovative Gesellschaft. Sie heisst Experiment und läuft noch bis zum 15.07.18
Susanne: Ja - das wäre eine Überlegung wert - mal sehen.....

Mittwoch, 1. November 2017

Ausflug in die Zukunft

Der Herbst ist da: Sonnige Tage, an denen man seinen Kaffee auf der Terasse genießen kann, werden seltener - das Sofa ruft und die Innenräume werden wieder mehr genutzt. Innenräume? Das müssen ja nicht die eigenen sein. Auch in einer Ausstellung kann man einen tristen Tag zu einer bereichernden Erfahrung machen, zum Beispiel noch bis zum 3. Juni 2018 in Lüttich.

Im Bahnhof Guillemins (5 km vom Hauptbahnhof entfernt) beginnt eine erstaunliche Reise in die Zukunft: Unter dem Titel "2030 werde ich 20 sein" wird Unterstützung, Vernetzung, Verantwortungsbewusstsein und Veränderung des Menschen hinterfragt. Die Ausstellungsmacher haben Zukunftsszenerien zur Digitalisierung, Mobilität, Ernährung und Gesundheit plastisch gestaltet. Man flaniert vorbei an Essenstafeln voller mittelalterlicher Köstlichkeiten bis hin zu Insekten, die es vielleicht übermorgen gibt. Wollten Sie mal den Mars bewundern? Das können Sie aus den Fenstern einer aufgebauten Raumstation heraus. Oder Sie schnuppern in futuristische Wohnumgebungen - und vieles mehr.

In der Aachener Zeitung ist die Ausstellung in einem Artikel ausführlicher beschrieben, falls Sie neugierig geworden sind - viel Spass beim Ausflug!

Sonntag, 1. Oktober 2017

Gelassenheit & Leiden - geht das gleichzeitig?

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie jemanden anderen leiden sehen, einen Kollegen, ein Familienmitglied oder einen Freund? Wie geht Ihnen in solchen Situationen?
Uns geht's damit schlecht. Und uns fällt es schwer, ein gutes Maß zu finden von Mitgefühl, Hilfsangeboten, Unterstützung, den-Mund-halten, tolle Vorschläge machen, und plappern, um die Stille zu vertreiben.

Wir haben einen Brief gefunden -  ursprünglich aus dem privaten Umfeld - gleichwohl denkbar im Beruf: ein Kollege, der an Depression oder Krebs erkrankt ist oder den Tod einer geliebten Person ertragen muss...

"Liebes (Selbst/ Familienmitglied/ armes feygele, armes schwarzes Katzengeschöpf). Ich kann niemanden, den ich mag (leiden/weinen) sehen, ohne zu denken, dass es immer einen Weg gibt und ich ihn finden muss, indem ich (mich mehr anstrenge/ nach Lourdes pilgere/ Geld für einen Psycho-Analytiker auftreibe). Aber ich weiß, dass das nicht stimmt. Ich werde versuchen, Dein Leid, wenn möglich, zu lindern, indem ich (für Dich da bin/ eine bunte Afroperücke trage/Dir witzige Bücher schenke/eine große Portion Eis mit Dir verschlinge). Aber wenn das nichts bringt, heißt das nicht, das Du oder ich versagt haben. Ich werde Dich dafür bewundern, dass Du es schaffst, weiterhin (zu duschen/ den Müll runterzubringen/ einen neuen Tag in Angriff zu nehmen).“

Unserer Meinung nach verdeutlicht der Brief zwei Perspektiven - und ist für beide hilfreich - im Sinne von "entlastend":
  • Angesprochen wird der, der leidet - und noch dazu vielleicht mit sich selber hadert, nicht genug/ nicht "das" Richtige getan zu haben.
  • Und der, der beim leiden zusehen muss, kann ausdrücken, wie schlecht es ihm damit geht - wissend dass er nichts daran ändern kann.
Der Psychiater Michael Bennett und seine Tochter Sara haben diesen Brief in ihrem Buch „Fuck Feelings" veröffentlicht - und wir fanden ihn in "Am Arsch vorbei geht auch ein Weg. Wie sich Dein Leben verbessert, wenn Du Dich endlich locker machst“ von Alexandra Reinwarth.

Aber wir wollen Sie nicht zum Lesen animieren sondern dazu, miteinander zu sprechen. Wir wünschen Ihnen und uns gutes Gelingen bei anstehenden leidvollen - und gelassenen - Gesprächen.

Freitag, 1. September 2017

Lust auf schwierige Entscheidungen

Der September ist Wahlmonat! Wissen Sie schon, welcher Partei Sie Ihre Stimme geben? Vielleicht keine leichte Entscheidung. Für uns war das Anlass, einem Vortrag von Ruth Chang in den TED-Talks Aufmerksamkeit zu schenken. Sie philosophiert darüber, wie man schwierige Entscheidungen trifft.
In der Welt der Zahlen-Daten-Fakten können wir Entscheidungen treffen, indem wir ausreichende Informationen über die Messgrößen haben und miteinander vergleichen können, größer - kleiner - gleich.
Schwierige Entscheidungen zeichnen sich dadurch aus, dass es keine beste sondern nur gleichwertige ("on a par") Lösungen gibt. Genau darin liegt die Chance: es gibt keine Gründe von außen, sondern wir finden die Gründe selber in uns, wir formulieren aus unseren Werten heraus die Gründe für oder gegen eine Entscheidungsoption.
Jede schwierige Entscheidung ist damit Ausdruck unserer Persönlichkeit und entwickelt gleichzeitig unsere Persönlichkeit weiter.

Also - wir freuen uns auf die nächsten schwierigen Entscheidungen!

PS als praktischer Hinweis zu den TED-Talks: Sie können deutsche Untertitel wählen, wenn Sie auf das Sprechblasen-Symbol klicken.

Dienstag, 1. August 2017

Mobbing - muss das sein? Nein!

Lieber Günther,

wir haben Deine Geschichte in der Sendung QuaksUndCo gehört. Was da passiert ist, ist ja ein schwerer Einstieg ins Berufsleben. Wir haben uns alle drei Persepktiven auf diese Mobbing-Situation angesehen: Deine, die von Heinz und die von Peter auch, und wir hoffen, dass viele Leute im Urlaub Zeit haben, mehr auf dieser interessanten Seite zu stöbern.

Hättest Du das alles mal vorher gewusst, hättest Du viel früher reagieren können und alles wäre anders gekommen. Hätte Hätte Fahradkette!

Aber für's nächste Mal sind wir dank Deiner Geschichte klüger. Wir wissen jetzt, dass wir wir aussprechen sollten, wenn wir meinen, "hier stimmt was nicht". Oder wenn etwas ganz anders läuft, als wir uns das vorstellen. Oder wenn sich uns gegenüber jemand komisch verhält. Oder wenn wir beobachten, dass sich Kollegen permanent piesacken. Oder wenn Spannungen zwischen Positionen zu Spannungen zwischen Personen werden.

Ja, das erfordert Courage! Wir können nicht darauf hoffen, dass die Führungskraft alles richtet. Natürlich sollte sie einen "Raum einrichten", sich also so verhalten, dass man sich vertrauensvoll an sie wendet und keine Nachteile befürchtet. Wenn wir uns an die eigene Nase packen und uns in Deine - Lieber Günther - Situation versetzen, hätten wir bestimmt auch darauf gehofft, uns mal ein Kollege gefragt hätte, was eigentlich los ist - das kann Türen öffnen. Alleine schon diese Frage kann Unstimmigkeiten ans Licht bringen, bevor sie sich zu handfesten Konflitken entwickeln oder gar erkalten - erkaltete Konflikte, das wissen wir jetzt, sind der perfekte Nährboden für Mobbing.

Wir erinnern uns an Ruth Cohn und ihre Prinipien: "Jeder ist seine eigene Chairperson!" und "Störungen haben Vorrang!" Selber die Unstimmigkeit ansprechen, ist auch wertvoll!

Vielen Dank für Deine Geschichte,
und wir wünschen Dir einen erholsamen Sommer!

Samstag, 1. Juli 2017

Ärgernisse weglachen

Haben Sie schonmal "Lachyoga" ausprobiert, liebe Leser?

Eine von uns kam neulich in Bielefeld in den Genuss - es tat gut - und die Neugier war geweckt. Eine kurze Internet- und Buch-Recherche zeigt, dass es zurückgeht auf den indischen Arzt Madan Katarina, der es 1995 entwickelte. Es gibt die Wissenschaft der "Gelotologie" (gélōs ist griechisch: das Lachen) und in der ZEIT wurden 2011 bereits einige Forschungsergebnisse in einem Artikel zusammengefasst. "Das kleine Lachyoga Buch" von Christoph Emmerich enthält diese Informationen auch und beschreibt einfache Übungen- falls Sie nicht schon auf YouTube bei Madan Katarina gerade gestöbert haben. Die Eine von uns wird dranbleiben - fragen Sie sie beim nächsten Treffen ;-)

Lachyoga hat nichts mit Witzen zu tun, gleichwohl können wir uns nicht verkneifen, Ihnen auch noch etwas Witziges anzubieten in diesem Post: Vielleicht ärgern Sie sich manchmal so wie wir über unzählige Spam-Mails, die Ihr Postfach überschwemmen? In dem Video zeigt James Veitch eine sehr kreative Art, auf unseriöse Mail-Angebote einzugehen. :-)