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Montag, 1. Januar 2018

Erinnerungen outgesourced

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit Ihren Auto eine neue Strecke zum ersten Mal - wahrscheinlich nutzen Sie Ihr Navigationssystem, oder? Und wenn Sie dieselbe Strecke zum zweiten Mal fahren? Verlassen Sie sich dann auf Ihre Erinnerungen?

Unser Neujahrspost widmet sich der Bedeutung unserer Erinnerungen, und gemeint sind die Erinnerungen, die wir in unserem Kopf gespeichert haben. Das soll Sie nicht davon abhalten, an Neujahr optimistisch auf die nächsten 12 Monate zu schauen, im Gegenteil. Genau das können wir ja eigentlich nur, weil wir Phantasie und Vorstellungskraft aus unseren erinnerten Erfahrungen entwickeln.

Was also passiert, wenn wir unser Erinnerungsregal nicht regelmäßig pflegen, indem wir es zum Beispiel neu füllen, akualisieren und fordern? Dieser Frage folgte der Kulturhistoriker und Autor Manfred Osten, als er im DLF interviewt wurde.
In dem Gespräch hat uns eine Aussage hellhörig gemacht: "Vor allen Dingen in den USA hat man bereits festgestellt, dass wir enorme Defizite haben in der Kreativitätskompetenz, wenn wir nicht mehr uns erinnern an das, was eigentlich schon vorher geschaffen worden ist und darauf aufbauend, die Zukunft aus der Herkunft herleitend."


Kreativität ist ja in den meisten Fällen die Neu-Kombination bereits vorhandener Bausteine - Erfahrungs- und Wissensbausteine, die plötzlich anders zusammengesetzt eine neue intelligente Lösung erzeugen. Alles, was unser Erinnerungsvermögen trainiert, kann irgendwann kreativ genutzt werden - und dafür loht es sich sicher schon, beim zweiten Mal die Strecke "aus dem Kopf" zu fahren. Oder den Tipps von Manfred Osten zu folgen:

"Die Erinnerungskultur hat drei große Möglichkeiten, um gestärkt zu werden.
- Das eine ist das uralte Gesetz der Wiederholung.
- Das andere ist das Gesetz des Interesses, dass wir durch die Neurowissenschaften wissen: Dort, wo das Interesse ist, ist auch das Gedächtnis. Und da unsere gesamte Bildungspolitik nicht auf dem Interesse aufbaut, sondern auf der Vermittlung abstrakten Wissens, müssten wir hier umdenken, dass wir viel stärker interessebezogen lernen, weil damit wiederum Langzeit-Engramme geschaffen werden, Gedächtnis-Engramme.
- Und wir sollten vor allen Dingen die Handschrift wieder ein bisschen einführen. Wir wissen heute durch die Neurowissenschaften, dass durch die Bewegung der Hand das Bewegungszentrum aktiviert wird und darüber allein erst Langzeit-Gedächtnis-Engramme entstehen."

Und womit wollen Sie im neuen Jahr Ihren Erinnerungsmuskel trainieren? Was immer es auch ist, Susanne und Susanne wünschen Ihnen damit viele kreative Erlebenisse!


PS. Das Interview hat die Überschrift "Gedächtnisinhalte können wir nicht herunterladen." Wir haben nur einen kleinen Aspekt aufgegriffen. Es ist komplett zu hören und zu lesen auf dieser Seite.



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