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Freitag, 1. Mai 2026

Tür-Gespräche

Wenn es an unserer Haustüre klingelt, könnten es die Paketpost, die Nachbarin, Besuch oder Klingelmannchen sein. Ein Bericht in der tagesschau machte uns auf eine weitere Möglichkeit aufmerksam. In den Niederlanden, in Kanada und den USA spielen ausgebildete Volunteers Klingelmännchen, nur rennen sie nicht weg, sondern hoffen darauf, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen. "Deep Canvassing" nennt sich diese Gesprächsform zum Brückenbau zwischen unterschiedlichen Menschen und Meinungen. 

Stellen Sie sich vor, es klingelt und an der Haustüre stehen zwei Ihnen unbekannte Personen, die Sie fragen: "Guten Tag, wir wollen uns gerne mit Ihnen über Ihre Erfahrungen zum Thema verkehrberuhigte Straßen unterhalten.  Auf einer Skala von 1 bis 10 -  wie sicher fühlen Sie sich, wenn Sie zu Fuß in einer verkehrberuhigten Straße unterwegs sind?" So könnte ein deep canvassing beginnen.

Um was geht's` dabei? Die Idee ist, dass man sich mit Empathie und gutes Zuhören über strittige Themen unterhalten kann. Ein Erfolgsfaktor ist darauf zu verzichten, die andere Person überzeugen zu wollen: Es geht um Erfahrungen und Erlebnisse, um Verstehen und Begegnung.

Wir fanden in Kanada die Organisation "Neighbours united", die das Konzept nutzt, um über dringende Klimafragen zu sprechen. Dieser Dialog soll eine gemeinsame verbindende Basis legen, er soll sensibilisieren für die unterschiedlichen Erfahrungen und Interessen und ein Impuls sein, für sich selbst einen eigenen Beitrag zur Klimaverbesserung zu finden.

Sie merken beim Lesen vielleicht, dass der Dialog sehr offen gestaltet ist. Nur das, was wir in den USA fanden, wirkte geschlossener: Es waren u.a. die Wahlen 2020, die anschließend Forschungsaktivitäten dazu anstießen und deutlich machten, dass einer von Dreien nach einem deep canvasing Gespräch von der Meinung des Klingenden überzeugter war. 

Unser Herz schlägt für das niederländische und kanadische Vorgehen. Wie geht es Ihnen, liebe Lesende? 

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